Ruta del Fang – unterwegs zu Mallorcas Töpferparadies

Lust auf eine kleine Entdeckungsreise zu Mallorcas schönsten Töpfereien?! Dann bitte jetzt einsteigen – es geht los…

Wohin? Na, ins Zentrum des traditionellen mallorquinischen Töpferhandwerks schlechthin, nach Marratxí. Die 11 Kilometer von Palma entfernte Gemeinde beherbergt sage und schreibe 15 Töpfereien, die sich einer Perlenkette gleich die sogenannte Ruta del Fang entlangreihen. 

Sage und schreibe zehn Kilometern ist sie lang, die „Straße des Tons“, die im Rundparcours einmal hin- und zurück durch die beiden Ortschaften Sa Cabaneta und Pòrtol führt. Und damit mitten durchs Töpferparadies – vorbei an mehr als einem Dutzend Vertretern dieser inseltypischen Handwerkskunst. Da kann es schon mal passieren, dass man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht ;-))

Auf den Spuren des Tons – Ruta del Fang

So zumindest ging es mir, als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal die Ruta del Fang entlanggefahren bin auf der Suche nach einer Olleria (spanisch für Töpferei), die inseltypische Keramikwaren herstellt. Inzwischen habe ich die ein oder andere „Quelle“ gefunden, an der ich meinen Durst nach farbenfrohen Schüsseln und Krügen, Mallorca-türkisenem Geschirr, Terrakotta-Töpfen und Co. stillen kann. Eine davon befindet sich im Örtchen Pòrtol in einer kleinen unscheinbaren Gasse mit Namen Sa Roca Llisa, Hausnummer 26! Im hier ansässigen gleichnamigen Familienbetrieb wird seit 1861 nach traditioneller Art und in echter Handarbeit alles hergestellt, was Keramikliebhaber-Herzen höher schlagen lässt. Und das nun schon in vierter Generation – also wenn das keine Tradition ist, dann weiß ich’s auch nicht!

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Lange Tradition haben auf Mallorca auch die sogenannten Siurells. Jene aus mallorquinischem Ton hergestellten weißen Figuren mit den charakteristischen rot-grünen Verzierungen, denen wahrscheinlich jeder Urlauber schon mal auf der Insel begegnet ist. Ursprünglich als Trillerpfeifen produziert, gibt es sie inzwischen in schier endlosen Variationen auch zu reinen Dekozwecken oder als willkommenes Mitbringsel.

Weiß + rot + grün = Siurells

Siurell-Fans und solche, die es werden wollen, folgen am besten der Ruta del Fang von Pòrtol aus bis nach Sa Cabaneta. Dort, ganz in der Nähe des Töpfermuseums „Museu del Fang“ (Prädikat „Besuchenswert“!), liegt die Familienwerkstatt Can Bernadí Nou. In dem kleinen beschaulichen Traditionsgeschäft werden in dritter Generation handbemalte Siurells at its best hergestellt. Bis zur Decke stapeln sich hier die unterschiedlichsten kleinen und großen Ton-Figuren und warten auf Besucher. Herz, was willst du mehr?

Kurz und gut: Wer immer noch auf der Suche nach echten Töpferwaren „Made in Mallorca“ ist, der weiß jetzt, wo er hinmuss: zur Ruta del Fang!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

02

06 2021

Slow Travel – der neue alte Trend

Alle Jahre wieder kommt, welch Überraschung, ein neuer Reisetrend!

Von Überraschungen kann dabei allerdings meist nicht wirklich die Rede sein – eher von altem Wein in neuen Schläuchen! Ein Phänomen, wie man es auch aus der Modewelt kennt, wo uns alle zehn Jahre alte Trends, leicht abgewandelt, plötzlich wieder als der letzte Schrei verkauft werden. Mit dem kleinen Unterschied, dass die Trendwechsel hier meist nicht ganz so extrem ausfallen wie in der Reisebranche…

Bestes Beispiel hierfür: Wurde uns noch bis vor Kurzem gepredigt, Aktiv- und Wellness-Urlaub seien das absolute Nonplusultra für dauergestresste, eingerostete Büromenschen und Konsorten, so hat sich diese Ansicht inzwischen – durch Corona noch zusätzlich verstärkt – um 180 Grad gedreht. Jetzt heißt es, die schönsten Tage des Jahres sollten am besten nur noch eines sein: SLOW!

Die Kunst bewussten Reisens liegt in uns selbst

Slow Travel heißt ab sofort das neue Zauberwort. Ganz egal, ob es um die mit energiegeladenen Kindern verreisende Familie, den eigentlich mehr auf Gruppenaktivitäten stehenden Cluburlauber oder die radsportbegeisterte Freundes-Clique geht – für sie alle gilt: Urlaub war gestern – heute wird geslowtravelt! Klingt ja irgendwie auch viel besser, oder?!

Slow Traveler brauchen keine Tipps

Eigentlich schon… wenn damit jenes authentische, alle Sinne beflügelnde Slow Traveling gemeint wäre, das uns der britische Reiseschriftsteller Dan Kieran, Ur-Vater entschleunigten Reisens, bereits 2012 versucht hat näherzubringen. In seinem Bestseller „SLOW TRAVEL – Die Kunst des Reisens“ finden sich so erstaunlich simple Formulierungen wie „Sei dein eigener Reiseführer“ oder „Folge deinem Instinkt!“. Klare Ansagen statt Ratgeber-Floskeln.

Doch im Jahre 2021 reichen klare Worte und simple Dinge allein nicht mehr. Simple Dinge, die unsere Eltern noch zu wissen schienen, als sie mit uns stundenlang Insekten zählend und Blümchen bestimmend planlos durch Wald und Wiesen streiften, nicht ahnend, dass sie damit mal so was wie Trendsetter sein könnten.

Den Leuten einfach noch mal ein wieder aufgewärmtes Süppchen von gestern aufzutischen, funktioniert heutzutage nicht. Da muss schon was „Neues“ her: SLOW TRAVEL 2.0! Eine Light-Version des Originals, mit passenden Reiseführern und vorgefertigten Travel-Tipps, die im krassen Widerspruch zu all dem stehen, was Slow Travel im Kern ausmacht. Denn „Der wahre Reisende hat keinen festgelegten Weg, noch will er an ein Ziel!“ – Laotse-Zitat und eherner Leitspruch Dan Kierans. 

In diesem Sinne: Bon voyage – und bis zum nächsten Reisetrend! 

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

14

05 2021

10 Dinge, die man auf Mallorca gemacht haben sollte

Die letzten Wochen haben es deutlich gezeigt: Mallorca ist und bleibt für viele von uns heiß geliebtes Reiseziel. Und das ist nicht weiter verwunderlich, bei einer Insel, die so abwechslungsreich und faszinierend ist wie ein Chamäleon. Eine Insel, die sich immer und immer wieder neu entdecken lässt. 

Wer sich in dieser Hinsicht schon mal etwas inspirieren lassen möchte, für den gibt’s heute meine persönliche TOP TEN der Dinge, die es lohnt wenigstens einmal im Leben auf Mallorca zu machen:

1. Reise zum Treffpunkt der Winde  

Am nördlichsten Punkt der Insel liegt das Cap de Formentor, von Mallorquinern auch gern Kap der Winde genannt. Denn rauh und stürmisch kann es hier an der Steilküste, rund 400 Meter überm Meeresspiegel, schon gern mal werden. Doch spätestens beim atemberaubenden Blick vom berühmten Leuchtturm sind Wind und Wetter schnell vergessen. Immer wieder ein absolutes Insel-Highlight!

2. Sundowner mit Meerblick

Mallorcas Sonnenuntergänge sind für mich die schönsten der Welt! Und das ganz besonders am Meer, mit einem leckeren SUNDOWNER in der Hand. Traumhafter Abschluss eines jeden Urlaubstages – und das nicht nur für eingefleischte Romantiker!

3. Ahoi! Eine Hafenrundfahrt, bitte

Wer Palma, Inselhauptstadt und Perle im Mittelmeer, einmal aus einer anderen Perspektive – nämlich vom Wasser aus – betrachten möchte, dem kann ich nur wärmstens die einstündige Hafenrundfahrt empfehlen. Ein Sightseeing-Highlight, bei dem jeder – vom Hobbyfotografen bis zum Freizeitkapitän – voll auf seine Kosten kommt!

4. Salud! Von Bodega zu Bodega 

Mit inselweit rund 70 Bodegas ist Mallorca ein wahres Paradies für alle Weinliebhaber und solche, die es werden wollen. Auf den allermeisten Weingütern sind Besucher gern gesehene Gäste. Womit einer genussvollen Bodega-Tour nichts mehr im Wege steht! 

5. Schlemmen wie die Mallorquiner 

Ich liebe es einfach, auf der Insel mallorquinisch essen zu gehen: sei es in einer kleinen einfachen Dorfbodega oder in einem der namhaften Spitzenrestaurants, die Mallorca zahlreich zu bieten hat. Hauptsache, es erwartet mich dabei ehrliche authentische Insel-Küche. In diesem Sinne: Bon profit! Lassen Sie es sich schmecken!

6. Wanderlust! Mallorca zu Füßen

Bevor ich nach Mallorca kam, war ich ein echter Wandermuffel. Doch die Insel hat mich diesbezüglich geläutert. Hier gibt es so viele herrliche Wanderwege – für Anfänger wie für Profis – da kann man einfach nicht widerstehen! Und wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel…

7. Cala-Hopping von Bucht zu Bucht

Um alle Strände Mallorcas zu besuchen, reicht ein Leben wahrscheinlich nicht aus. Aber den ein oder anderen könnte man im Laufe der Jahre schon schaffen. Mithilfe von „Cala-Hopping“ zum Beispiel. Dafür „hüpft“ man einfach öfter mal von einer Bucht zur anderen. Und lernt so nach und nach die unterschiedlichsten Strände kennen – und lieben!   


8. Inseltypische Produkte shoppen 

Shoppen zählt zu einer meiner Kernkompetenzen ;-))
Auf der Insel kaufe ich am liebsten bei alt eingesessenen mallorquinischen Traditionsgeschäften ein. Egal ob Souvenir, Lebensmittel oder Geschirr für den eigenen Hausgebrauch – für mich gilt immer: Hauptsache „Made in Mallorca“. Support your local!, lautet die Devise. Heute wichtiger, denn je.

9. Es lebe die Kunst! Mirò & Co.

Ein ganz großes Thema auf Mallorca ist die Kunst, auch wenn sie zum Teil immer noch etwas stiefmütterlich behandelt wird. Deshalb möchte ich heute hier mal eine Lanze brechen für all die wundervollen Museen, Galerien und anderen „Kunststätten“ der Insel, die einen Besuch wert sind. Die Kunst, sie lebe hoch! 


10. Mallorca mal anders „erfahren“

Last, but not least: Roadtrips sind für mich nach wie vor das Nonplusultra eines jeden Mallorca-Aufenthalts. Ganz egal, ob mit dem Fahrrad, dem Motorroller, Mietwagen oder, oder … Es gibt eigentlich keine bessere Möglichkeit, die Insel kennenzulernen, als sie sich zu „er-fahren“ – auf den unzähligen großen und kleinen Traumstraßen Mallorcas!

In diesem Sinne: Auf nach Mallorca! – Es gibt noch jede Menge Dinge zu entdecken! 

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

19

04 2021

An Tagen wie diesen…

…wünscht man sich Unendlichkeit! Wenn etwas meinen momentanen Gefühlszustand treffend beschreibt, dann genau diese Songzeile der Toten Hosen. War doch letzte Woche Freitag einer dieser denkwürdigen Tage, an denen man das Gefühl hat, die ganze Welt um einen herum würde plötzlich stillstehen!

So zumindest fühle ich mich, als mittags auf meinem Smartphone die ersten Breaking News mit Schlagzeilen wie „Corona-Reisewarnung gekippt“,„Mallorca kein Risikogebiet mehr“ oder „Der Weg nach Mallorca ist frei“ aufploppen … Und noch während ich wie verrückt durch all die Meldungen zur Aufhebung der Reisewarnung scrolle, überschlagen sich auch schon meine Gefühle und Gedanken: Von Endlich! bis Wie wird man auf Mallorca auf die Nachricht reagieren?! ist so ziemlich alles dabei. In meinem Kopf beginnt sich das Gedankenkarussell immer schneller und schneller zu drehen… 

Adios Reisewarnung – Hola Mallorca

Erinnerungen an das vergangene Corona-Jahr werden wach und laufen im Zeitraffer-Tempo noch mal vor meinem inneren Auge ab: Ich sehe mich, wie ich in der ersten Märzwoche noch unbeschwerte Tage in unserem Zuhause in Palma verbringe, nicht ahnend, dass bereits kurze Zeit später auf der Insel ein harter, monatelanger Shutdown beginnen wird. Ich sehe mich ein paar Wochen später in Hamburg an meinem Laptop sitzen und einen neuen Beitrag für meinen Blog schreiben, in dem Ausflugstipps nun keine Rolle mehr spielen; stattdessen poste ich inzwischen regelmäßig Spendenaufrufe für Hilfsorganisationen, die sich auf der Insel um durch die Corona-Krise in Not geratene Menschen kümmern. Und ich sehe mich noch mal, wie ich glücklich und zu Tränen gerührt aus einem der ersten Flieger steige, die Anfang Juli endlich wieder am Flughafen Son Sant Joan landen.

Doch am deutlichsten im Gedächtnis haften geblieben ist mir jener Septembermorgen, an dem ich auf dem Weg zum Airport wie immer noch einen letzten Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Kathedrale „La Seu“ werfe – ohne zu wissen, dass wir uns bis zum heutigen Tage nicht wiedersehen würden! 

Ein lautes Piepen reißt mich aus meiner Gedankenwelt. Ich hab eine SMS bekommen – von der Fluggesellschaft, bei der wir schon damals im September unsere Oster-Flüge nach Palma gebucht haben: „Ihre Flugdaten haben sich geändert“, steht da. Für einen kurzen Moment gefriert mir das Blut in den Adern … bis ich erleichtert feststelle: Nicht’s passiert – unser heiß ersehnter Flug geht jetzt nur schon zwei Stunden früher ;-))

Na, hab ich’s nicht gesagt?! An Tagen wie diesen…

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

19

03 2021

Alles wird gut! Mein Mantra gegen Corona-Blues

Hallo, Sie da… ja Sie! Können Sie sich noch an Nina Ruge erinnern? Nein? Na, dann helfe ich Ihrem Gedächtnis mal schnell ein wenig auf die Sprünge. Nina Ruge war von 1997 bis 2007 die sympathische blonde Moderatorin, die täglich die ZDF-Sendung „Leute heute“ mit dem legendären Schlusssatz „Alles wird gut!“ gekonnt positiv beendete.

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Na ja, weil ich nach zwölf langen, zermürbenden Pandemie-Monaten für mich nach etwas Geeignetem gesucht habe, das mir hilft, aus dieser verflixten Never-ending-Corona-Story-Gedankenspirale wieder herauszukommen. Irgendetwas, das positiv stimmt, das für GOOD VIBES sorgt!

Allerdings wusste ich eine Zeit lang nicht so genau, was das konkret sein könnte – ein Hundewelpe vielleicht?!? – Und noch während ich so darüber nachgrübelte, hörte ich im Hintergrund aus dem Radio eine freundliche Stimme sagen: „Alles wird gut!“ – Genau, das war’s: ein verbales Licht am Ende des Tunnels. Und schwupps, war es geboren: mein positives Mantra für schwere Zeiten wie diese!

ALLES WIRD GUT! – Leitsatz und Lebensmotto in einem

Seither geht’s wieder bergauf. Hab ich doch nun endlich meine persönliche Zauberformel gefunden, die sich tagtäglich gebetsmühlenartig bei jenem negativen Stress anwenden lässt, der durch alles mit dem hässlichen C-Wort Zusammenhängende ausgelöst wird: So wie etwa die permanente mediale Reizüberflutung, die einem rund um die Uhr auf allen Kanälen entgegenschwappt. Dreimal kurz „Alles wird gut“ skandieren und gut ist!  – Oder bei unliebsamen Gesprächen mit Menschen, die offensichtlich tagein, tagaus von nichts anderem mehr sprechen können. Diesen kann ich nun endlich meine verbale „Alles wird gut!“-Waffe entgegenschleudern, sobald sie wieder diese destruktiven Endlosdebatten über C….. mit mir führen wollen. Und, man soll’s kaum glauben, es wirkt! Offensichtlich völlig überrumpelt von einer solch unerwartet positiven Gesprächswendung, kommt meistens nicht mehr allzu viel von der Gegenseite.  

Kurzum: Drei kleine Wort mit großer Wirkung – das perfekte Mantra gegen Corona-Blues!

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Limonade draus!

Sollte es Ihnen also ähnlich gehen wie mir, dann probieren Sie’s doch auch einfach mal aus…  

In diesem Sinne sage ich für heute Tschüss – und nicht vergessen:
ALLES WIRD GUT!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

01

03 2021

Wandern auf Mallorca macht glücklich!

Bevor ich vor zwei Jahren erstmals meine Wanderstiefel auf Mallorca schnürte, war Wandern ein absolutes No-Go für mich. Und das aus gutem Grund: Ich litt nämlich an einem klassischen Kindheitstrauma, hervorgerufen durch jahrelange sonntägliche Wandertouren mit der ganzen Familie – inklusive kollektivem „Das Wandern ist des Müllers Lust“-Geträllere und Blasen an den Füßen. So was prägt! 

Doch Mallorca heilt alle Wunden, wie ich immer wieder feststelle. Dinge, denen ich eigentlich längst abgeschworen hatte, machen mir auf der Insel auf einmal wieder Spaß. So wie Wandern zum Beispiel! Und das besonders im Frühling…

…für mich einfach die perfekte Jahreszeit, um die Insel zu erwandern. Gibt es doch einfach nichts Schöneres, als hautnah mitzuerleben, wie sich die Natur an allen Ecken und Enden wieder neu erfindet … ein echtes Highlight für die Sinne – und kostet dazu noch nicht mal ’nen Cent! 

Und: Lust bekommen auf eine kleine Frühlingswanderung? Ich hab da schon mal was vorbereitet… 

So geht Wanderglück auf Mallorca

Für gewöhnlich läute ich die Wandersaison auf Mallorca im März traditionell mit einer Tour zum „Creu del Sagrat Cor“ (Kreuz des heiligen Herzens) ein, das gut sichtbar auf dem Puig de Santa Eugènia thront. Ob es dieses Jahr auch dazu kommen wird, steht noch in den Sternen – aber wenigstens gedanklich kann ich die Strecke hier ja schon mal entlangspazieren!

Alle startklar? – Na dann: Vamos…  

Die leichte, auch für Anfänger geeignete Wanderung startet 25 Kilometer nordöstlich von Palma, mitten im beschaulichen 1600-Seelen-Örtchen Santa Eugènia am markanten Wasserspeicher „S’Aljub“; dieser befindet sich unübersehbar auf der linken Seite der Durchgangsstraße Ma-3040, 500 Meter vom Ortseingang entfernt. Von hier nur einmal kurz über die Straße, biegen wir in die direkt gegenüber liegende Carrer Major ein. Diese führt immer geradezu leicht bergauf in Richtung Ortsmitte; vorbei an der hübschen Plaza Bernat, die wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, um stattdessen den „Es Puig“-Hinweisschildern zu folgen, die uns den Weg zu Santa Eugènias Hausberg weisen: Erst über die Cami des Puig, dann weiter auf die schmalere Cami Ca’n Canto.

Von nun an heißt es nach einem roten Punkt Ausschau zu halten, der den weiteren Streckenverlauf markiert. Dieser ist mal auf eine Trockensteinmauer aufgesprüht, dann prangt er wieder von einem Holzmast oder einem Begrenzungsstein am Wegesrand. Also: Immer schön die Augen offenhalten!

Augen auf! Der „Rote Punkt“ weist den Weg

Nach einer knappen Viertelstunde endet der bis dorthin gut asphaltierte Weg an einer Art Feuerstätte aus kreisförmig übereinandergeschichteten Steinen. Nun gilt es, scharf links abzubiegen, auf einen wirklich steinig-staubigen Schotterweg, und diesen schnurstracks bergauf zu kraxeln. Wer Wanderstöcke mithat, ist hier klar im Vorteil 😉

Den intensiven Duft blühender Mandelbäume in der Nase, geht‘s von nun an den steilen Berghang hinauf, das von der Sonne beschienene Steinkreuz des Puig de Eugènia immer vor Augen …

Kurioser Fund in 235 Metern Höhe

Kurz vor dem Ziel, in 235 Metern Höhe, wartet auf einer Bergkuppe noch eine ganz besondere Überraschung: ein ufoartiges, mit Grafitti verziertes gräuliches Blechmonstrum! Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Ganze als Schiffswrack, das – aus welchen Gründen auch immer – irgendwann hierhergelangt ist… und von seinem ursprünglichen Besitzer offensichtlich, da immer noch dort, nicht sonderlich vermisst wird. Wer weiß, vielleicht wurde es ja inzwischen abgeholt … 

Ufo? Nein, bloß ein Schiffswrack

Nach diesem amüsanten Zwischenstopp geht’s unterhalb des Wracks schließlich links ab in einen holprigen Trampelpfad. Jetzt noch die letzten fünf Minuten über Stock und Stein, und das Ziel ist erreicht: der 245 Meter hohe Puig de Santa Eugènia mit seinem sogenannten Monument del Sagrat Cor – einem gewaltigen weißen Steinkreuz, das dem bekannteren Madrider „Sagrat Cor del Cerro de los Ángeles“ nachempfunden sein soll!

Doch mehr noch als das Denkmal begeistert der fantastische Panoramablick über die weite Ebene der Pla de Mallorca und das dahinter liegende Tramuntana-Gebirge. Bei guter Sicht lässt sich von hier oben aus mit bloßem Auge bis zur 40 Kilometer entfernten Bucht von Alcúdia blicken – so geht Wanderglück auf Mallorca!

FAZIT: Diese wunderschöne und wirklich leichte Wanderung ist ein echtes Highlight für Jung und Alt und lässt die Glückshormone nur so sprudeln. Versprochen!  

Last, but not least: Bitte auf festes Schuhzeug mit einer guten Profilsohle bzw. Wanderstiefel achten: Das Laufen auf den Schotterpisten wird hier sonst schnell zur ungewollten Rutschpartie!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

15

02 2021

Mallorca, du bist einfach dufte!

Wer kennt das nicht …? Ein bestimmter Duft steigt einem in die Nase und sofort kommen damit verbundene Erinnerungen wieder hoch: an eine Person, an ein besonderes Ereignis oder einen speziellen Ort. Die Reihe der Assoziationen lässt sich endlos fortsetzen… 

Dass Gerüche, stärker als die meisten anderen Sinneseindrücke, Erinnerungen und Gefühle wecken können, kann ich mallorcabezogen gleich an mehreren Beispielen bestätigen: So brauche ich zum Beispiel zu Hause in Hamburg nur einmal kurz an den dezent parfümierten Papier-Taschentüchern einer hier nicht genannten großen spanischen Supermarktkette zu schnuppern, und schwuppdiwupp: Schon bin ich wieder zurück auf der Insel! Krass, oder?

Aufgepasst – so riecht Mallorca

Ähnliche Szenen spielen sich hier auch täglich beim Händewaschen ab, wenn mir dieser einzigartige, würzig-mediterrane Duft meiner aus Mallorca „importierten“ Lieblingsseife in die Nase steigt: Dann befinde ich mich gedanklich nicht mehr im trüben, nasskalten Hamburg, sondern auf meiner kleinen sonnigen Terrasse in Palma – umgeben von Rosmarinbüschen, Lavendelsträuchern, Bougainvillea und dem seit Jahren mit Liebe gehegten Zitronenbäumchen!

Klein, aber oho: die Früchte meines Zitronenbäumchens

Und weil’s so schön ist, setzt sich das mallorquinische Geruchserlebnis am morgendlichen Frühstückstisch gleich fort: mit einem frisch gebrühten „Café R.“ von der Insel und der dazu perfekt passenden aromatischen Orangenmarmelade aus Sóller auf der Schrippe. JAAA – so riecht und schmeckt Mallorca!

Wie heißt es so schön: „Essen und Trinken halten Leib und Seele zusammen“ – Stimmt! Diesem Slogan folgend, sorgen inseltypische Gerüche bei mir natürlich auch in Küche und Keller für echtes Mallorca-Feeling: sei es durch den aromatischen Duft eines typischen Oli de Mallorca oder das Bouquet eines guten Insel-Weins …

Kurz und gut: Danke, Mallorca – du bist einfach dufte!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

25

01 2021

Wie ich beim Aufräumen Mallorca wiederentdeckte

Wussten Sie schon, dass Aufräumen einen akuten Anfall von Mallorca-Sehnsucht auslösen kann? Nein? Dann erzähle ich Ihnen mal, was mir vor Kurzem passiert ist…

Wer jetzt glaubt, ich sei einem lockdownbedingten Putz- und Entrümpelungswahn verfallen, irrt. Ich habe zwar schon gehört, dass es so was geben soll, bin aber glücklicherweise noch nicht selbst betroffen ;-)) 

Vielmehr ist Aufräumen, seit ich das Buch der japanischen Ordnungs-Expertin Marie Kondo gelesen habe, eines meiner neuen Jahreswechsel-Rituale. Denn wenn es stimmt, was Kondo behauptet, soll Aufräumen ja unser Leben verändern können – positiv natürlich! Na, das ist doch mal eine klare Ansage, oder? 

Nie hätte ich gedacht, dass der Schuss auch gewaltig nach hinten losgehen kann – wie sich bei meiner diesjährigen Aufräumaktion gezeigt hat. Nämlich dann, wenn durch das Entrümpeln unverhofft etwas zutage befördert wird, von dem man schon nicht mehr glaubte, dass es noch existiert … So geschehen vor zwei Wochen, an meinem traditionellen Jahreswechsel-Aufräumtag: Die Rede ist von einer silbergrauen schuhkartongroßen Pappkiste – meiner Mallorca-Box!

Klein, aber oho – meine Mallorca-Box

Dieses randvoll mit Insel-Erinnerungsstücken, von der Tren de Sóller-Fahrkarte bis hin zum gaudiartigen Emaille-Hahn aus Pollença, gefüllte Schatzkästchen war seit meiner letzten Aufräumaktion verschollen. Was nicht gerade fürs Aufräumen, sondern eher dagegen spricht ;-))

Aber egal, nun war sie ja wieder aufgetaucht – in einer Reisetasche, wo ich sie offensichtlich, nach Babuschka-Prinzip, platzsparend verstaut hatte.

Freudestrahlend mache ich mich daran, den Deckel vorsichtig anzuheben, damit auch ja nichts herausfällt, und merke schon, wie ich dabei feuchte Augen bekomme. Verdammt, jetzt bloß nicht sentimental werden …

Zu spät! Als ich in die geöffnete Kiste schaue und auf das Sammelsurium von Souvenirs blicke, ist sie augenblicklich wieder da – diese schreckliche Sehnsucht nach meiner Insel, die ich jeden Tag ein Stückchen mehr vermisse! 

Fazit: Aufräumen kann vielleicht unser Leben verändern, gegen Mallorca-Sehnsucht hilft es leider nicht!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

12

01 2021

In Hamburg sagt man Tschüss…



… das heißt auf Wiederseh’n! – Wer kennt ihn nicht, diesen viel besungenen Satz, den Heidi Kabel mit ihrem Gassenhauer über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt gemacht hat?!

Ein Satz, der gerade in Corona-Zeiten Hoffnung macht. Hoffnung darauf, dass wir vielleicht vieles bald wieder willkommen heißen dürfen, wovon wir uns dieses Jahr notgedrungen verabschieden mussten … 

Lasst uns deshalb einfach gemeinsam Tschüss sagen zu diesem denkwürdigen, unglaublichen Corona-Jahr, das unser Leben von jetzt auf nachher so drastisch verändert und uns einiges abverlangt hat – und immer noch abverlangt! 

Also machen wir am besten einen dicken Haken hinter dich, du ungeliebtes Jahr 2020!

2021 – du kannst nur besser werden!

Ab jetzt heißt es: optimistisch auf 2021 schauen und dem lang ersehnten Wiedersehen entgegenfiebern – einem Wiedersehen mit Mallorca, mit all den Menschen, die uns fehlen, mit den „normalen“ alltäglichen Dingen, die das Leben erst richtig lebenswert machen: sich einfach so mal wieder in den Arm nehmen, sorglos die Eltern und Großeltern besuchen, gemeinsam Feste feiern, wieder Tanzen gehen, reisen, sich miteinander von Angesicht zu Angesicht unterhalten statt zu chatten/skypen/face timen…  und, und, und!

Freuen wir uns also auf ein neues, auf ein besseres Jahr und nehmen wir, um mit Hermann Hesse zu sprechen, unerschrocken die nächste Lebens-„Stufe“…

„Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“

Hermann Hesse „Stufen“

In diesem Sinne wünsche ich allen gesegnete Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

La Seu erstrahlt in weihnachtlichem Glanz



Und bleiben Sie gesund !!!

Nicht Tschüss, sondern Auf Wiedersehen sagt herzlichst aus Hamburg
Karin van Essen

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

23

12 2020

Tumbet mallorquin – ein Gemüsetopf zum Verlieben

Winterzeit in Hamburg, das heißt für mich: Eintopfzeit! Warum? Na, irgendwas muss mir ja schließlich das Herz erwärmen – in Anbetracht des tristen nasskalten Schmuddelwetters, das mich von nun an noch eine ganze Weile begleiten wird… 

Wie gut ist es da doch, dass ich mit einem Klassiker der mallorquinischen Sommerküche, dem Gemüsegericht Tumbet, zumindest kulinarisch für etwas Sonnenschein sorgen kann ;-))

Doch das ist nicht der Hauptgrund, warum ich über die Jahre hinweg zum bekennenden Tumbet-Fan geworden bin … Was mir dieses Gericht so sympathisch macht, sind seine schier unendlichen Zubereitungs-möglichkeiten! Denn mal abgesehen von den sechs Grundzutaten, die aus Tomaten, Kartoffeln, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch und Auberginen bestehen, wird es dem Kochenden selbst überlassen, ob er auf die ein oder andere Zutat lieber ganz verzichten oder durch eine andere ersetzen möchte. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Erlaubt ist, was gefällt: Ob rein vegetarisch, ob mit Fleisch, Fisch oder Geflügel aufgepeppt, ob als Beilage serviert … egal! Hauptsache, es schmeckt!

Tumbet – ein leckerer Gemüsetopf zum Verlieben

Das ist ja generell das Schöne an der mallorquinischen Küche: Für die meisten Gerichte, von der Sopa mallorquina bis zur Coca de Trampó, gibt’s nur selten das eine, Allgemeingültigkeit beanspruchende Rezept. Stattdessen liegt bei fast jeder Familie ein eigenes, von Generation zu Generation weitervererbtes „Spezialrezept“ in der Schublade. 

In dieser Hinsicht habe ich mich den mallorquinischen Gewohnheiten schon perfekt angepasst. Auch ich bereite inzwischen die meisten klassischen Inselgerichte „frei Schnauze“ nach meinem eigenen „Familienrezept“ zu! Adios, ihr ungeliebten Zeiten der Kochbuchhörigkeit – viva, kreatives Kochen!

Und wer jetzt Lust auf einen schmackhaften mallorquinischen Gemüsetopf bekommen hat, der kann sich gern von meinem Rezept zum Nachmachen inspirieren lassen… 

Tumbet mallorquin

Zutaten (für 4 Portionen):

400 g Kartoffeln (festkochend)
1 Aubergine
1 Zucchini
2 rote Paprika
4 Fleischtomaten
4 Knoblauchzehen
1 Tasse Olivenöl
3 Lorbeerblätter
1 Tasse Fleischbrühe

Salz, Pfeffer
Zimt

Zubereitung:

Die Kartoffeln schälen und in Scheiben schneiden. Die Auberginen waschen, in Scheiben schneiden und in Salzwasser legen, damit die Bitterstoffe herausgezogen werden. Paprika waschen, Samenkerne entfernen und in grobe Streifen schneiden. Zucchini waschen und ebenfalls in Streifen schneiden. Tomaten schälen und in Würfel schneiden, die Kerne entfernen. Knoblauchzehen fein hacken.

In einer Pfanne mit heißem Olivenöl die Kartoffelscheiben etwa 5 – 10 Minuten frittieren. In einer weiteren Pfanne die abgetrockneten in heißem Olivenöl kurz frittieren. Anschließend herausnehmen und danach in derselben Pfanne die Zucchinischeiben frittieren. In einer dritten Pfanne die Paprikastreifen in heißes Olivenöl geben und nach kurzer Zeit die Tomatenstücke dazugeben und mit anbraten. Anschließend alles mit Gemüsebrühe ablöschen, den gehackten Knoblauch, Lorbeerblätter und etwas Zimt und Pfeffer dazugeben. 10 Minuten köcheln lassen.

Die frittierten Kartoffelscheiben herausnehmen, gut salzen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. 

Eine zuvor zirka 10 Minuten gewässerte Tonschüssel (oder Auflaufform) schichtweise mit den einzelnen Gemüsezutaten befüllen: Zuerst die Kartoffelscheiben, danach die Auberginen, dann die Zucchini und zuletzt über alles den Paprika-Tomaten-Sud geben.

Das Ganze im auf 180 °C vorgeheizten Backofen auf mittlerer Schiene zirka 25 Minuten garen. Fertig!

Dazu passt: gegrillte Schweinelende und ein trockener mallorquinischer Rotwein

In diesem Sinne wünsche ich Guten Appetit oder Bon profit, wie die Mallorquiner sagen!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

03

12 2020