Archivo de Juli, 2020

Paradies gesucht – und auf Mallorca gefunden

Wer in diesem Jahr trotz Corona nach Mallorca reist, wird mehr als reichlich dafür belohnt: mit einer Insel, auf der vielerorts geradezu paradiesische Zustände herrschen. 

Und wer’s nicht glaubt, den nehme ich jetzt einfach mal mit auf meine Reise zu jenen paradiesischen Plätzen und Orten, die es dieser Tage so zahlreich auf der Insel zu entdecken gibt …

Auf Paradies-Tour über die Insel

Dreh- und Angelpunkt meiner kleinen Paradies-Tour ist die Serra de Tramuntana, jener gewaltige Gebirgszug im Nordwesten der Insel, der wegen seiner Gesamtlänge von 80 Kilometern auch schon mal gern „Rückgrat Mallorcas“ genannt wird. 

Starten wir also mit einem unvergesslichen Roadtrip von Pollença nach Sóller – immer entlang der gut ausgebauten spektakulären Gebirgsstraße Ma-10, die zurzeit erfreulich unbefahren ist. Hier jagt ein fantastischer Ausblick auf die umliegende Bergwelt den nächsten… Einfach gigantisch! 

Türkisblau leuchtet der Cúber-Stausee in der Tramuntana

Schließlich in Sóller angekommen, geht’s dann per pedes endlich rein in die Natur: Bei einer leichten Wanderung auf dem Cami Biniaraix hinauf ins gleichnamige malerische Bergdörfchen, mit anschließender Einkehr in eines der urigen Lokale. Meine Empfehlung: Hier unbedingt Pa amb oli, die typisch mallorquinische „Brotzeit“, bestellen und mit jedem Bissen das Landleben genießen!

Brotzeit auf Mallorquinisch – Pa amb oli

Nach schweißtreibenden Wanderstunden ist etwas Abkühlung angesagt. Vamos a la playa, oder besser gesagt: Cala. Denn auf dem Programm steht nun Baden in der einsam gelegenen Natursteinbucht Cala Estellencs. 

Dafür geht’s erst mal wieder zurück auf die Ma-10, aber diesmal in die andere Richtung, sprich von Sóller nach Andratx – eine Panoramaroute, wie sie im Buche steht…

Panoramaroute zur Cala Estellencs

Der Weg ist das Ziel!, lautet ab jetzt die Devise: Denn die halbstündige Fahrt von Sóller zur Cala Estellencs führt vorbei an allen bekannten Traumorten der Westküste, angefangen beim ehemaligen Künstlerdorf Deià, mit seinem sehenswerten kleinen Robert-Graves-Museum, vorbei an den berühmten Terrassenfeldern Banyalbufars hin zur benachbarten Siedlung Estellencs, die sich ruhig und beschaulich an die Hänge des 1026 Meter hohen Tramuntanagipfels Galatzó schmiegt!

Unweit der Ortsmitte beginnt sich eine kleine abenteuerliche Serpentinenstraße hinunter zur Bucht von Estellencs zu schlängeln. Aber Achtung: Bei Gegenverkehr sind starke Nerven gefragt! 

Auf Mallorca führen viele Wege ins Paradies

Doch erst mal unten angekommen, erwartet einen das buchstäbliche Paradies auf Erden: Keine Sonnenliegen, kein Musikgedudel; dafür glasklares Wasser, ein leerer felsiger Ministrand plus angrenzendem urig einfachen Chiringuito mit leckerem Tapas-Angebot sowie Fisch-Spezialitäten vom Grill – und dem saubersten WC, das ich bisher bei einer Strandbar vorgefunden habe!!

Cala Estellencs – Robinson Crusoe lässt grüßen

Krönender Abschluss meiner Route zu „Mallorcas Paradies-Orten 2020“ ist das ehemalige Fischerdorf Sant Elm, etwa neun Kilometer westlich von Andratx!

Der kleine 400-Seelen-Ort, direkt gegenüber von Sa Dragonera, der Dracheninsel, gelegen, droht in normalen Sommermonaten wegen Überfüllung stets aus den Nähten zu platzen – doch nicht so in diesem Jahr.

Ruhig und beschaulich liegen die Schiffe vor Sant Elm

Parkplatzsuche? Kein Problem! Sogar die einladenden kleinen Bänke mit romantischem Blick aufs Wasser mitten im sonst so quirligen Ortskern sind verwaist. Paradiesische Ruhe liegt über Sant Elm, auch wenn hier und da ein paar Souveniershops und Lokale geöffnet haben. Auch Bootstouren nach Sa Dragonera finden statt – nur in diesem Jahr ohne das übliche Gedränge…

Kurz und gut: Wer das Paradies sucht, wird es gerade jetzt auf Mallorca finden – versprochen!

28

07 2020

Coca de Trampó – so schmeckt Mallorca!

Mmmmh!


Liebe geht durch den Magen, sagt man… Stimmt! So wurzelt meine Liebe zu Mallorca zu einem großen Teil auch in der traditionellen mallorquinischen Küche, die mich vom ersten Tag an begeistert und für die Insel eingenommen hat! 

Besonders angetan hat es mir dabei die „Coca de Trampó“ – ein simpler, aber überaus schmackhafter Gemüsekuchen vom Blech. Die von manchen auch gern augenzwinkernd „Pizza Mallorcas“ genannte Köstlichkeit gibt es in unzähligen Varianten: Mal ganz klassisch mit einer Mischung aus Tomaten, Zwiebeln und Paprika belegt, oder alternativ auch mit Spinat, Sardinen und natürlich auch mit Sobrasada! Ich jedenfalls kaufe mir jedes Mal, wenn ich zurück auf der Insel bin, als Erstes in meiner Lieblings-Panaderia ein Stück Coca de Trampó! Und spätestens nach dem ersten Bissen bin ich wieder auf Mallorca angekommen…

Ein Stück Mallorca zum Reinbeißen


Nie werde ich den Moment vergessen, an dem ich zum ersten Mal die Bekanntschaft dieser traditionellen mallorquinischen Spezialität gemacht habe – im Mai 2010, bei meinem allerersten Inselaufenthalt in einem Hotel in Cala d’Or …

Dort zierte jeden Morgen ein großer Teller mit farbenfrohen, herrlich duftenden Coca de Trampó-Stücken das Frühstücksbuffet. Als blutige Mallorca-Anfängerin, die ich damals war, machte ich die ersten Tage noch einen großen Bogen um den mir unbekannten Gemüsekuchen – ganz nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!“

Gemüsepizza auf mallorquinische Art

Doch irgendwann müssen dann wohl meine Pfälzischen Gene durchgekommen sein – wir Pfälzer lieben’s ja bekanntlich deftig, mit Saumagen und so… Denn am dritten Tag habe ich mir schließlich dann doch ein kleines Stück dieser mallorquinischen Pizzavariante auf den Teller gepackt, um wenig später am Frühstückstisch zaghaft hineinzubeißen. Gut, dass ich saß: Denn das fulminante Geschmackserlebnis, das ich in diesem Moment erlebte, hat mich einfach umgehauen. 

Seither bin ich schwer verliebt, nicht nur in die leckeren Cocas de Trampó, sondern vor allem in Mallorca – die schönste Insel der Welt!

Coca de Trampó zum Selbermachen


Und wenn ich mal nicht auf meiner Insel sein kann, zaubere ich mir einfach in Hamburg mit einer selbst gemachten „Balearenpizza“ ein herzhaftes Stück Mallorca auf den Tisch! Inzwischen habe ich hierfür auch das ideale Rezept gefunden. Geht kinderleicht – versprochen!

Selbst gemachte Coca de Trampó – geht kinderleicht

Für alle, die jetzt Appetit und Lust auf eine typische Coca bekommen haben, hier mein Rezept: 

Zutaten (ein Backofen, hahaha!):

Belag: 

4 Tomaten
2 Zwiebeln
2 Paprika (grün, rot oder gelb – egal)
2 Knoblauchzehen
1 Ei
1 Tasse Olivenöl
1 EL Paprikapulver, edelsüß
Salz und weißen Pfeffer

Für den Teig:

400 g Weizenmehl
20 g Frischhefe
½ Tasse Olivenöl
50 g Schweineschmalz

Zubereitung: Zuerst in einer großen Schüssel die klein gebröselte Hefe mit etwas lauwarmem Wasser auflösen. Dann das Ei, Olivenöl und weiches Schmalz dazugeben und alles mit den Händen (!) gut verrühren. Jetzt nach und nach das Mehl dazu geben und dabei alles immer schön mit den Händen durchkneten, bis ein kompakter Teig entsteht. Diesen mit einem Geschirrtuch abdecken und für zirka 20 Minuten an einen warmen Ort stellen, damit der Teig gehen kann. 

In der Zwischenzeit das Gemüse vorbereiten: Die Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Tomaten waschen und fein würfeln. Knoblauchzehen pellen und kleinhacken. Die Paprika waschen, längs halbieren, von Stilansatz, Samen und Scheidewänden befreien und würfeln. Alles zusammen mit Salz, Pfeffer und Paprikapulver in eine Schüssel geben, das Olivenöl darübergießen und anschließend alles gut vermengen.

Mehl + Olivenöl + frische Hefe + Schweineschmalz = Teig!

Das Backblech gut einfetten (ich nehme dafür auch Olivenöl!). Nun den Teig auf dem Blech ausrollen und die Gemüse-Zwiebel-Knoblauch-Mischung gleichmäßig darauf verteilen. 

Die Coca anschließend in den auf 200 °C vorgeheizten Ofen (mittlere Schiene) geben und 20 Minuten backen. Fertig!

Der Gemüsekuchen schmeckt warm oder kalt. Dazu passt am besten ein trockener mallorquinischer Rotwein!

Na dann, guten Appetit – oder wie die Mallorquiner sagen: BON PROFIT!

20

07 2020