Archivo de September, 2020

Castell de Bellver – Palmas Ganzjahres-Highlight

Viele von uns pflegen auf Mallorca ihre Rituale – so wie ich auch: Jedes Mal, wenn ich den Paseo Maritimo vom Club de Mar aus in Richtung Kathedrale schlendere, bleibe ich auf halber Strecke kurz stehen und blicke ehrfurchtsvoll zu ihr hinauf, zu Palmas Burg mit der schönsten Aussicht…

Das Castell de Bellver thront als einzige noch erhaltenen Rundburg Spaniens hoch über Palma auf einem grünen Pinien-bewaldeten Hügel, nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Und das täglich – seit nunmehr über 700 Jahren ;-))

Castell de Bellver – Nomen est omen

Das ganze Jahr über besuchen nicht nur Touristen, sondern mindestens genauso viele Einheimische dieses beliebte Ausflugsziel, vor allem wegen seiner – nomen est omen – spektakulären Ausblicke! 

Oberhalb der Burg-Arkaden bietet sich jedem Besucher ein einzigartiger Rundum-Panoramablick, der vom hügeligen Hinterland über „La Ciutat“, die Kathedrale, den Hafen und die Bucht von Palma bis hinüber nach Cala Major reicht. Einfach atemberaubend – und mit Worten nur schwer zu beschreiben…

Schönster Palma-Blick plus Kultur

Wem die spektakulären Ausblicke allein noch nicht reichen, der kommt auf Castell de Bellver auch kulturell auf seine Kosten, denn die Burg beherbergt in ihren altehrwürdigen Gemäuern auch noch ein Museum zu Palmas Stadtgeschichte, das Museu d’Historià de la Ciutat! 

Kurz und gut: Castell de Bellver bietet für einen wirklich fairen Eintrittspreis von nur vier Euro – sonntags sogar kostenlos! – das ganze Jahr über den definitiv besten Blick auf Palma – und seine Geschichte!

Extra Ausflugs-TIPP: Am schönsten ist es, die Burg vom El Terreno-Viertel aus etwa 15 Minuten zu Fuß zu erklimmen – bei einem Spaziergang durch den Bellver-Park: Einfach die steinernen Treppenstufen nehmen, den würzigen Duft des Pinienwaldes einatmen und den Vögeln beim Zwitschern zuhören. Herrlich!


Wegbeschreibung: Von Palmas Zentrum über die Avenida de Joan Miró (mit den Buslinien 4 oder 20) kommend, im Stadtteil El Terreno kurz hinter dem Hotel Gran Meliá Victoria rechts in die Calle de Bellver abbiegen und dann immer nur noch der Nase nach bis zum schmiedeeiserne Eingangstor des Parc de Bellver – ist nicht zu verfehlen!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

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09 2020

Pa amb Oli – die Brotzeit der Mallorquiner

Heute dreht sich hier kulinarisch mal alles um einen der inseltypischsten Leckerbissen überhaupt: Pa amb Oli (sprich PAMBOLI) – die heiß geliebte Tomatenstulle der Mallorquiner! Neugierig geworden…?

Gut! Dann geht’s jetzt mitten hinein in die facettenreiche Welt des mallorquinischen Brotzeit-Klassikers, dessen Name übersetzt eigentlich nichts weiter als „Brot mit Öl“ bedeutet und doch so viel mehr ist…  

Pa amb Oli – kulinarischer Klassiker

… und zwar eine nationale Institution, da fester Bestandteil im Leben nahezu eines jeden Mallorquiners. Und das ist jetzt nicht nur einfach mal so von mir dahingeplappert, sondern „wissenschaftlich“ belegt: durch eine Studie, die das Kaufhaus El Corte Ingles gemeinsam mit Oli de Mallorca, dem Verband der mallorquinischen Olivenölerzeuger, im Jahr 2016 durchführen ließ. Mit dem erstaunlichen Ergebnis, dass Pa amb Oli bei 76 Prozent der Inselbewohner mindestens einmal die Woche auf den Tisch kommt! Wer hätte das gedacht…?!

Besonders beliebt ist dabei die klassische Variante, die aus fünf simplen Zutaten besteht: 

1 Scheibe Bauernbrot (idealerweise das typisch mallorquinische Pan Moreno)
1 Ramallet-Tomate
1 Knoblauchzehe
Olivenöl (idealerweise ein Oli de Mallorca)
Meersalz

Passende Beilage:
Meeresfenchel, Kapern, Cornichons und Oliven 


Die sättigende Variante – mit Serranoschinken

Hört sich unkompliziert an, ist es aber nicht. Warum? Weil sich die Geister bereits bei der Art der Zubereitung dieser inseltypischen „Brotzeit“ scheiden. Die einen bevorzugen als „Basis“ ein dunkles Bauernbrot, die anderen das hellere salzlose Pan Moreno. Die einen rösten ihr Brot vor der Zubereitung, die anderen nicht. Und so weiter und so fort…

Anspruch auf Gültigkeit hat für sogenannte Pa amb Oli-Traditionalisten allerdings nur eine Art der Zubereitung – und die geht so: 

Das Geheimnis der Zubereitung

Eine geröstete Pan Moreno-Scheibe zuerst mit einer Knoblauchzehe abreiben, danach das Brot mit der Unterseite einer halbierten Ramalett-Tomate einreiben, bis ein Hauch von Tomate die Scheibe bedeckt. Das Ganze anschließend mit etwas Olivenöl beträufeln, salzen – fertig! Diese Grundform lässt sich noch beliebig erweitern mit einem Belag aus Sobrasada, Lomo (gebratenen Schweinelende), Serranoschinken und so weiter. Der Experimentierfreudigkeit sind hier keine Grenzen gesetzt.


Mein Pa amb Oli-Favorit – belegt mit Mahonkäse

Und wer – wie ich – nicht zu den Traditionsverfechtern zählt, der macht sich seine mallorquinische Tomatenstulle einfach frei Schnauze, wie es ihm/ihr gefällt. Ich zum Beispiel gebe schon gleich nach dem Einreiben mit der Knoblauchzehe sowohl das Olivenöl als auch das Salz aufs Brot. Anschließend reibe ich kräftig mit der Tomatenhälfte über das Ganze drüber. Und als krönender Abschluss kommt dann noch eine dicke Scheibe Mahon-Käse obendrauf. Mmmmh, schmeckt das lecker! Zur Nachahmung wärmstens empfohlen…

In diesem Sinne: Guten Appetit oder besser gesagt „Bon Profit“!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

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09 2020