Archivo de Februar, 2021

Wandern auf Mallorca macht glücklich!

Bevor ich vor zwei Jahren erstmals meine Wanderstiefel auf Mallorca schnürte, war Wandern ein absolutes No-Go für mich. Und das aus gutem Grund: Ich litt nämlich an einem klassischen Kindheitstrauma, hervorgerufen durch jahrelange sonntägliche Wandertouren mit der ganzen Familie – inklusive kollektivem „Das Wandern ist des Müllers Lust“-Geträllere und Blasen an den Füßen. So was prägt! 

Doch Mallorca heilt alle Wunden, wie ich immer wieder feststelle. Dinge, denen ich eigentlich längst abgeschworen hatte, machen mir auf der Insel auf einmal wieder Spaß. So wie Wandern zum Beispiel! Und das besonders im Frühling…

…für mich einfach die perfekte Jahreszeit, um die Insel zu erwandern. Gibt es doch einfach nichts Schöneres, als hautnah mitzuerleben, wie sich die Natur an allen Ecken und Enden wieder neu erfindet … ein echtes Highlight für die Sinne – und kostet dazu noch nicht mal ’nen Cent! 

Und: Lust bekommen auf eine kleine Frühlingswanderung? Ich hab da schon mal was vorbereitet… 

So geht Wanderglück auf Mallorca

Für gewöhnlich läute ich die Wandersaison auf Mallorca im März traditionell mit einer Tour zum „Creu del Sagrat Cor“ (Kreuz des heiligen Herzens) ein, das gut sichtbar auf dem Puig de Santa Eugènia thront. Ob es dieses Jahr auch dazu kommen wird, steht noch in den Sternen – aber wenigstens gedanklich kann ich die Strecke hier ja schon mal entlangspazieren!

Alle startklar? – Na dann: Vamos…  

Die leichte, auch für Anfänger geeignete Wanderung startet 25 Kilometer nordöstlich von Palma, mitten im beschaulichen 1600-Seelen-Örtchen Santa Eugènia am markanten Wasserspeicher „S’Aljub“; dieser befindet sich unübersehbar auf der linken Seite der Durchgangsstraße Ma-3040, 500 Meter vom Ortseingang entfernt. Von hier nur einmal kurz über die Straße, biegen wir in die direkt gegenüber liegende Carrer Major ein. Diese führt immer geradezu leicht bergauf in Richtung Ortsmitte; vorbei an der hübschen Plaza Bernat, die wir im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen, um stattdessen den „Es Puig“-Hinweisschildern zu folgen, die uns den Weg zu Santa Eugènias Hausberg weisen: Erst über die Cami des Puig, dann weiter auf die schmalere Cami Ca’n Canto.

Von nun an heißt es nach einem roten Punkt Ausschau zu halten, der den weiteren Streckenverlauf markiert. Dieser ist mal auf eine Trockensteinmauer aufgesprüht, dann prangt er wieder von einem Holzmast oder einem Begrenzungsstein am Wegesrand. Also: Immer schön die Augen offenhalten!

Augen auf! Der „Rote Punkt“ weist den Weg

Nach einer knappen Viertelstunde endet der bis dorthin gut asphaltierte Weg an einer Art Feuerstätte aus kreisförmig übereinandergeschichteten Steinen. Nun gilt es, scharf links abzubiegen, auf einen wirklich steinig-staubigen Schotterweg, und diesen schnurstracks bergauf zu kraxeln. Wer Wanderstöcke mithat, ist hier klar im Vorteil 😉

Den intensiven Duft blühender Mandelbäume in der Nase, geht‘s von nun an den steilen Berghang hinauf, das von der Sonne beschienene Steinkreuz des Puig de Eugènia immer vor Augen …

Kurioser Fund in 235 Metern Höhe

Kurz vor dem Ziel, in 235 Metern Höhe, wartet auf einer Bergkuppe noch eine ganz besondere Überraschung: ein ufoartiges, mit Grafitti verziertes gräuliches Blechmonstrum! Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das Ganze als Schiffswrack, das – aus welchen Gründen auch immer – irgendwann hierhergelangt ist… und von seinem ursprünglichen Besitzer offensichtlich, da immer noch dort, nicht sonderlich vermisst wird. Wer weiß, vielleicht wurde es ja inzwischen abgeholt … 

Ufo? Nein, bloß ein Schiffswrack

Nach diesem amüsanten Zwischenstopp geht’s unterhalb des Wracks schließlich links ab in einen holprigen Trampelpfad. Jetzt noch die letzten fünf Minuten über Stock und Stein, und das Ziel ist erreicht: der 245 Meter hohe Puig de Santa Eugènia mit seinem sogenannten Monument del Sagrat Cor – einem gewaltigen weißen Steinkreuz, das dem bekannteren Madrider „Sagrat Cor del Cerro de los Ángeles“ nachempfunden sein soll!

Doch mehr noch als das Denkmal begeistert der fantastische Panoramablick über die weite Ebene der Pla de Mallorca und das dahinter liegende Tramuntana-Gebirge. Bei guter Sicht lässt sich von hier oben aus mit bloßem Auge bis zur 40 Kilometer entfernten Bucht von Alcúdia blicken – so geht Wanderglück auf Mallorca!

FAZIT: Diese wunderschöne und wirklich leichte Wanderung ist ein echtes Highlight für Jung und Alt und lässt die Glückshormone nur so sprudeln. Versprochen!  

Last, but not least: Bitte auf festes Schuhzeug mit einer guten Profilsohle bzw. Wanderstiefel achten: Das Laufen auf den Schotterpisten wird hier sonst schnell zur ungewollten Rutschpartie!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

15

02 2021