Entrada etiquetada ‘Mallorcaurlaub 2020’

„Corona ist ein Arschloch!“…

… stand in fetten schwarzen Lettern gut lesbar auf dem T-Shirt eines Mannes, der mir kürzlich in Hamburg entgegenkam. Stimmt!, hab ich damals gedacht – und musste dabei ein wenig schmunzeln über diesen derben, aber doch irgendwie zutreffenden Spruch!

Seit vergangenem Freitag, dem Tag, an dem die Balearen von der Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt und mit einer Reisewarnung belegt wurden, schmunzle ich allerdings nicht mehr. Nun bin ich sogar geneigt, den oben zitierten Satz noch um ein weiteres kleines Wort zu ergänzen, und zwar: „großes“!

Corona macht leider keine Ferien

Von Natur aus eigentlich eher mickrig, hat es dieses fiese Virus doch tatsächlich geschafft, alle Hoffnungen und Anstrengungen Mallorcas, was Inselurlaub trotz Corona angeht, erst einmal wieder zunichtezumachen. Und dabei hatte doch alles vor noch gar nicht allzu langer Zeit so positiv angefangen … 

…mit dem gelungenen „Pilotprojekt“ im Juni, über das europaweit medien- und werbewirksam berichtet wurde, mit wohl durchdachten Hygienekonzepten und hohen Sicherheitsstandards wie dem obligatorisch auszufüllenden Gesundheitsformular für alle ausländischen Mallorca-Ankömmlinge, mit erweiterter Maskenpflicht und, und ,und!

„Die Balearen sind ein sicheres Reiseziel“ lautet die klare Botschaft der Balearenregierung. Und so läuft der Tourismus nach offizieller Beendigung des Notstands und Aufhebung der Reisebeschränkungen tatsächlich ab Mitte Juni langsam, aber sicher wieder an. 

5. Juli 2020 – Happy und dankbar, wieder zurück zu sein

Am Abend des 5. Juli steige auch ich als eine der ersten überzeugten Mallorca-Rückkehrer am Palma Airport aus dem Flieger. Es folgen drei unbeschreiblich schöne Wochen, in denen ich hautnah miterleben darf, wie die Insel Tag für Tag ein kleines Stückchen mehr aus ihrem coronabedingten Dornröschenschlaf erwacht. Anfangs sind selbst in der Hauptstadt Palma noch viele Geschäfte und Lokale geschlossen – doch bis zu unserer Abreise haben auch von ihnen zahlreiche wieder geöffnet.

Der Strand von Puerto Portals ist im Juli bereits gut besucht

Unbeschreiblich, mit welcher Sympathie und Euphorie wir Rückkehrer auf der Insel empfangen werden: Egal, wohin ich auch komme, überall blicke ich in strahlende Gesichter positiv gestimmter Menschen. Menschen, die sich durch einen strikten monatelangen Lockdown eisern in die „neue Normalität“ zurückgekämpft haben und nun darauf hoffen, dass es endlich wieder bergauf geht… 

Heute, nur drei Wochen später, sitze ich sichtlich geknickt an meinem Laptop und schreibe diese Zeilen – über das große A… Corona, das ich, wenn’s irgendwie möglich wäre, nur zu gern für immer zum Teufel jagen würde!

Adios Mallorca – hasta pronto, bis bald!

Die Autorin ist Gründerin und Betreiberin des Inselblogs
VIVA MALLORCA! Sie lebt in Hamburg und Palma de Mallorca.

20

08 2020

Balearen-Inselhopping statt Kreuzfahrt

Wer das Gefühl hat, auf Mallorca schon alles gesehen zu haben und immer noch reif ist für die Insel, dem kann geholfen werden? – Wie? Na mit Inselhopping…

… statt Kreuzfahrt! Einfach mal schnell mit der Fähre rüberhüpfen zur kleinen Balearen-Schwester Ibiza. Morgens hin und abends wieder zurück – die perfekte Kombination aus Bootstrip und Landausflug in einem.

Mit Baleària und Transmediterránea bedienen gleich zwei große Reedereien von Palma de Mallorca aus die Fährroute zur Nachbarinsel. Potenzielle Inselhopper haben damit täglich die Wahl zwischen mehreren verschiedenen Abfahrtszeiten für Hin- und Rückfahrt – zumindest in der Hauptsaison.

Hier an Palmas Estació Maritima liegen sie – die Ibiza-Fähren


Das erste Schiff in Richtung Ibiza verlässt Palmas Hafen frühmorgens um 7.30 Uhr; es folgen noch weitere Passagen um 8.00 Uhr, 9.30 Uhr und 10.30 Uhr. Die Überfahrt dauert, je nach Schiffstyp, zwischen zwei (mit der Schnellfähre) und vier Stunden. Zurück geht’s abends von Ibiza-Stadt, je nach Fährgesellschaft und Wochentag, entweder um 19.00 Uhr, 19.30 Uhr, 20.00 oder 22.00 Uhr. Auch hier variiert die Dauer der Überfahrt wieder, abhängig vom jeweils gebuchten Fährtyp.

Kreuzfahrt-Alternative Inselhüpfen

Die kleine „Tageskreuzfahrt“ lässt sich problemlos bei diversen Anbietern im Internet online buchen oder auf den Websites der beiden oben genannten Fährgesellschaften. Ein Ticketkauf ist darüber hinaus auch direkt vor Ort in Palma an den Verkaufsschaltern der Reedereien im Fährterminal „Estació Marítima“ möglich. Aber bitte Ausweis nicht vergessen – dieser muss bereits beim Ticketkauf vorgelegt werden!

Anfang und Ende der Reise – Palmas Fähranleger

Als Tagestrip unternommen, ist das Ganze meiner Meinung nach eher ohne Pkw zu empfehlen. Denn dieser schlägt bei der Überfahrt mit Extrakosten von rund 50 Euro (Kleinwagen) doch ziemlich zu Buche – während Tickets für die reine Überfahrt hin und zurück schon ab 99 Euro pro Person zu haben sind. Gut angelegtes Geld, wie ich nur sagen kann – gemessen am Gegenwert, den man dafür erhält: eine mehrstündige entspannte Reise zu Wasser, auf der man sich an Deck ausgiebig und im Preis inbegriffen die frische Meeresbrise um die Nase pusten lassen kann. Gerade jetzt während der heißen Sommermonaten eine wahre Wohltat. 

Entschleunigung pur inbegriffen

Meer, Meer und noch mal Meer…

Wer dann noch – völlig losgelöst vom Hier und Jetzt – den Blick übers tiefblaue Meer in Richtung Horizont schweifen lässt, kann sie spüren, die pure Entschleunigung! Einfach unbezahlbar dieses Gefühl.

Ibiza – Mallorcas hübsche Schwester

Schließlich völlig entspannt im Hafen von Ibiza angekommen, erwartet einen als perfekter Gegenpol nun wieder das sprudelnde Leben in einer pulsierenden Stadt… 

Angekommen – Blick auf den Fährhafen von Ibiza-Stadt

Bis zur Rückfahrt am Abend bleibt genügend Zeit, Eivissa, so der katalanische Name von Ibiza-Stadt, nach Herzenslust zu entdecken: sei es bei einer der überall im Ort angebotenen Sightseeing-Touren, beim gemütlichen Stadtbummel auf eigene Faust mit anschließendem gemütlichen Mittagessen in einem der vielen hübschen Altstadt-Lokale oder bei einem Einkaufstrip durch die zahlreichen Geschäfte der Innenstadt! 

Eivissa – die lebensfrohe einladende Inselmetropole

Und weil das alles so schön ist, wird so mancher nach erfolgreichem ersten Mal „Inselhüpfen“ zum Wiederholungstäter … wie ich auch!

Apropos: Ein Fährtrip von Alcúdia nach Menorca macht mindestens genauso viel Spaß 😉

Deshalb lautet meine Devise: Balearen-Inselhopping – zur Nachahmung dringend empfohlen!

03

08 2020

Paradies gesucht – und auf Mallorca gefunden

Wer in diesem Jahr trotz Corona nach Mallorca reist, wird mehr als reichlich dafür belohnt: mit einer Insel, auf der vielerorts geradezu paradiesische Zustände herrschen. 

Und wer’s nicht glaubt, den nehme ich jetzt einfach mal mit auf meine Reise zu jenen paradiesischen Plätzen und Orten, die es dieser Tage so zahlreich auf der Insel zu entdecken gibt …

Auf Paradies-Tour über die Insel

Dreh- und Angelpunkt meiner kleinen Paradies-Tour ist die Serra de Tramuntana, jener gewaltige Gebirgszug im Nordwesten der Insel, der wegen seiner Gesamtlänge von 80 Kilometern auch schon mal gern „Rückgrat Mallorcas“ genannt wird. 

Starten wir also mit einem unvergesslichen Roadtrip von Pollença nach Sóller – immer entlang der gut ausgebauten spektakulären Gebirgsstraße Ma-10, die zurzeit erfreulich unbefahren ist. Hier jagt ein fantastischer Ausblick auf die umliegende Bergwelt den nächsten… Einfach gigantisch! 

Türkisblau leuchtet der Cúber-Stausee in der Tramuntana

Schließlich in Sóller angekommen, geht’s dann per pedes endlich rein in die Natur: Bei einer leichten Wanderung auf dem Cami Biniaraix hinauf ins gleichnamige malerische Bergdörfchen, mit anschließender Einkehr in eines der urigen Lokale. Meine Empfehlung: Hier unbedingt Pa amb oli, die typisch mallorquinische „Brotzeit“, bestellen und mit jedem Bissen das Landleben genießen!

Brotzeit auf Mallorquinisch – Pa amb oli

Nach schweißtreibenden Wanderstunden ist etwas Abkühlung angesagt. Vamos a la playa, oder besser gesagt: Cala. Denn auf dem Programm steht nun Baden in der einsam gelegenen Natursteinbucht Cala Estellencs. 

Dafür geht’s erst mal wieder zurück auf die Ma-10, aber diesmal in die andere Richtung, sprich von Sóller nach Andratx – eine Panoramaroute, wie sie im Buche steht…

Panoramaroute zur Cala Estellencs

Der Weg ist das Ziel!, lautet ab jetzt die Devise: Denn die halbstündige Fahrt von Sóller zur Cala Estellencs führt vorbei an allen bekannten Traumorten der Westküste, angefangen beim ehemaligen Künstlerdorf Deià, mit seinem sehenswerten kleinen Robert-Graves-Museum, vorbei an den berühmten Terrassenfeldern Banyalbufars hin zur benachbarten Siedlung Estellencs, die sich ruhig und beschaulich an die Hänge des 1026 Meter hohen Tramuntanagipfels Galatzó schmiegt!

Unweit der Ortsmitte beginnt sich eine kleine abenteuerliche Serpentinenstraße hinunter zur Bucht von Estellencs zu schlängeln. Aber Achtung: Bei Gegenverkehr sind starke Nerven gefragt! 

Auf Mallorca führen viele Wege ins Paradies

Doch erst mal unten angekommen, erwartet einen das buchstäbliche Paradies auf Erden: Keine Sonnenliegen, kein Musikgedudel; dafür glasklares Wasser, ein leerer felsiger Ministrand plus angrenzendem urig einfachen Chiringuito mit leckerem Tapas-Angebot sowie Fisch-Spezialitäten vom Grill – und dem saubersten WC, das ich bisher bei einer Strandbar vorgefunden habe!!

Cala Estellencs – Robinson Crusoe lässt grüßen

Krönender Abschluss meiner Route zu „Mallorcas Paradies-Orten 2020“ ist das ehemalige Fischerdorf Sant Elm, etwa neun Kilometer westlich von Andratx!

Der kleine 400-Seelen-Ort, direkt gegenüber von Sa Dragonera, der Dracheninsel, gelegen, droht in normalen Sommermonaten wegen Überfüllung stets aus den Nähten zu platzen – doch nicht so in diesem Jahr.

Ruhig und beschaulich liegen die Schiffe vor Sant Elm

Parkplatzsuche? Kein Problem! Sogar die einladenden kleinen Bänke mit romantischem Blick aufs Wasser mitten im sonst so quirligen Ortskern sind verwaist. Paradiesische Ruhe liegt über Sant Elm, auch wenn hier und da ein paar Souveniershops und Lokale geöffnet haben. Auch Bootstouren nach Sa Dragonera finden statt – nur in diesem Jahr ohne das übliche Gedränge…

Kurz und gut: Wer das Paradies sucht, wird es gerade jetzt auf Mallorca finden – versprochen!

28

07 2020